DaimlerChrysler droht mit Veto im Streit um neue Airbus- Führung
Der seit Monaten schwelende Streit zwischen Deutschen und Franzosen um die Neubesetzung der Airbus-Führungsspitze könnte diese Woche einen neuen Höhepunkt erreichen. Laut Topmanagern der Muttergesellschaft EADS wollen Vertreter von DaimlerChrysler notfalls sogar ihr Veto einlegen, um ein Übergewicht der Franzosen zu verhindern. Der deutsche Großaktionär hält 30 Prozent der EADS-Anteile. Auslöser für den Plan sind Versuche der Partner, Airbus-Chef Noël Forgeard bei der Hauptversammlung am 11. Mai nicht nur zum EADS-Co-Chef zu bestellen, sondern ihm zusätzlich die Führung des Flugzeugablegers zu belassen. Geht es nach DaimlerChrysler, könnte der bisherige Eurocopter-Chef Fabrice Brégier an die Airbus- Spitze aufrücken. Seine bisherige Funktion soll ein deutscher Topmanager übernehmen. Doch die Regierung in Paris und der Medienkonzern Lagardère, die zusammen ebenfalls 30 Prozent der EADS-Anteile halten, wollen von diesem Vorschlag nichts wissen und am liebsten auch noch Eurocopter kontrollieren. DaimlerChrysler- Chef Jürgen Schrempp und sein Gefolge schlagen nun zurück - mit Hilfe der Airbus-Satzung. Nach der darf der amtierende Airbus-Chef nicht gleichzeitig einen EADS-Topjob bekleiden. Sollten die Franzosen nicht einlenken, erwägen die Deutschen, Forgeard auf der nächsten Sitzung des Verwaltungsrats anlässlich der EADS-Hauptversammlung ihre Zustimmung zu verweigern.