Kontroverse in der IG Metall Bezirksleiter kritisieren die Tariföffnung und gehen auf Distanz zu Vizechef Huber
In der IG Metall gibt es neuen Streit über den Umgang mit betrieblichen Bündnissen für Arbeit. Nachdem Unternehmen wie Siemens und Opel in den vergangenen Monaten Sonderabkommen mit Gewerkschaften oder Betriebsräten ausgehandelt haben, mit denen Arbeitszeiten ausgeweitet und Lohnkosten gesenkt wurden, fordern mehrere Spitzengewerkschafter Korrekturen an den zugrunde liegenden Tarifbestimmungen. So verlangt etwa der niedersächsische IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine, die entsprechende Öffnungsklausel aus dem Pforzheimer Tarifabschluss so bald wie möglich zu überarbeiten. "Wenn die Arbeitgeber weiter so überziehen, müssen wir darüber nachdenken, die Ausnahmeregelung anders zu fassen", schlägt er vor. So sei zum Beispiel denkbar, dass die IG Metall künftig keinen verlängerten Arbeitszeiten mehr zustimme. Ähnliche Konsequenzen fordert sein Frankfurter Kollege Armin Schild. Die Öffnungsklausel hätten manche Unternehmen als "allgemeine Erlaubnis zur Lohnsenkung missverstanden", kritisiert er. Deshalb müssten die Regeln so geändert werden, dass "künftig für alle Beteiligten klarer wird, unter welchen Bedingungen die Tarifstandards unterschritten werden können". Der Vorstoß richtet sich gegen IG-Metall-Vize Berthold Huber, der die umstrittene Klausel bislang stets verteidigt hat. Im Herbst will die Gewerkschaft über ihre künftige Tarifstrategie beraten.