Luciano Benetton rechnet in den nächsten Jahren nicht mit Wachstum in Europa / Textilkonzern will in Asien "Tempo machen"
Luciano Benetton, 69-jähriger Großaktionär und Präsident des italienischen Textilkonzerns, glaubt in den nächsten Jahren nicht an Wachstum in Europa: "Unser Heimatmarkt, also letztlich ganz Europa, wird sich in den nächsten Jahren kaum weiterentwickeln", sagte er in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. In allen großen EU-Staaten könne man "die aktuelle Lage wirklich nicht als gut bezeichnen", so Benetton. "Ich rechne da nicht mit Wachstum." Umso mehr setze er auf die Expansion in Indien und China: "Ein europäisches Unternehmen, das künftig nicht in China oder Indien vertreten ist, muss als provinziell bezeichnet werden. So sehe ich das." Benettons Strategie: "Da müssen wir Tempo machen. Da müssen wir unsere ganze Energie investieren." Um die zuletzt sinkenden Umsätze seines Strickwaren-Imperiums macht sich der Patriarch "keine Sorgen. Mich stören nicht einmal Gewinneinbrüche, wenn ich zugleich weiß, dass wir nahe an unseren Kunden sind", sagte Benetton dem SPIEGEL. Und das sei dank Millionen-Investitionen in den Ausbau des Filialnetzes "ja der Fall".