Terrorverdächtiger Motassadeq vor Freispruch? - DER SPIEGEL
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Terrorverdächtiger Motassadeq vor Freispruch?

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Im Prozess gegen den mutmaßlichen Verschwörer der Anschläge vom 11. September 2001, Mounir al-Motassadeq, droht ein schwerer Rückschlag. In einem Schreiben vom 9. Mai teilte das US-Justizministerium der Bundesregierung abschließend mit, Washington werde keine weiteren Aussagen gegen den in Hamburg vor Gericht stehenden Marokkaner zur Verfügung stellen. Begründet wird die Entscheidung mit dem Beschluss eines amerikanischen Gerichts, die Unterlagen nicht freizugeben. Damit ist die Hoffnung von Generalbundesanwalt Kay Nehm geplatzt, Motassadeq durch möglicherweise belastende Aussagen der Qaida-Planer Chalid Scheich Mohammed und Ramzi Binalshibh eine Tatbeteiligung nachzuweisen. Nehm hatte wiederholt angekündigt, er rechne fest mit einer Unterstützung aus den USA. Zuletzt hatte sich Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) im Februar bei einem Washington-Besuch um eine Freigabe der Dokumente bemüht. In der Bundesregierung wird die Weigerung Washingtons als herber Rückschlag in der deutschamerikanischen Kooperation in Sicherheitsfragen empfunden. Der Marokkaner Abdelghani Mzoudi, der wie Motassadeq zum engsten Umfeld der Todespiloten gehörte, war im vergangenen Jahr unter anderem wegen der fast komplett zurückgehaltenen Zeugenaussagen freigesprochen worden.