Ver.di will Warnstreiks in der Druckindustrie ausweiten - Baldige Urabstimmung möglich
Bei den Tarifverhandlungen für die rund 200000 Beschäftigten in der Druckindustrie wird es schon bald zu neuen Warnstreiks kommen. "Wir werden die Warnstreiks ausdehnen und noch mehr Belegschaften einbeziehen", sagte Frank Werneke, stellvertretender Ver.di-Chef und Verhandlungsführer im Tarifkonflikt der Druckindustrie im Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Es gebe immer häufiger Versuche der Arbeitgeber, den Tarifvertrag zu unterlaufen. "Unsere Friedenspflicht ist erloschen", so Werneke. Ver.di fordert ein Festhalten an der 35-Stunden-Woche sowie 3,7 Prozent mehr Geld, "wobei wir mit Blick auf die Tarifabschlüsse anderer Branchen durchaus bewegungsfähig sind", so Werneke. Arbeitszeitverlängerungen lehnte der Gewerkschaftsführer kategorisch ab. "Wir haben es mit einer Branche zu tun, in der die Produktion kontinuierlich zurückgeht", so Werneke. "Reagiert man in einer solchen Situation mit längeren Arbeitszeiten, kann man sich an drei Fingern abzählen, dass am Ende Arbeitsplätze gestrichen werden." Sollte die Arbeitgeberseite ihr Forderungspaket nicht aufschnüren, "wird die Urabstimmung kommen. Und zwar nicht erst im Herbst", droht Werneke.