18 Prozent-Potential für Lafontaine; Schröder vor Merkel
Der frühere SPD-Chef Oskar Lafontaine kann mit erheblicher Zustimmung für ein neues politisches Projekt rechnen. Laut einer Erhebung von TNS Infratest im Auftrag des SPIEGEL können sich 18 Prozent der Befragten vorstellen, bei der nächsten Bundestagswahl eine Partei zu wählen, in der Lafontaine eine führende Rolle spielt. Unter den Anhängern der PDS zeigten sich 50 Prozent für eine Lafontaine- Partei aufgeschlossen, unter den Anhängern der SPD 14 Prozent. In der am Montag und Dienstag nach der Ankündigung vorgezogener Bundestagswahlen erhobenen Sonntagsfrage ermittelte TNS Infratest für den SPIEGEL folgendes Bild: CDU/CSU 47 Prozent, SPD 29 Prozent, Grüne 8 Prozent, FDP 6 Prozent, PDS 5 Prozent. Im direkten Vergleich liegt Kanzler Gerhard Schröder vor der designierten Unionskandidatin Angela Merkel. Für den SPD-Politiker würden laut TNS Infratest für den SPIEGEL 41 Prozent der Wähler stimmen, für die Oppositionsführerin 37 Prozent. Einen leichten Vorsprung hat Merkel bei den Frauen, die ihr mit 39 Prozent den Vorzug vor Schröder mit 38 Prozent geben würden. Bei den Männern liegt der Amtsinhaber mit 44 Prozent klar vor Merkel mit 35 Prozent. Befragt wurden zu Lafontaine 712 Wahlberechtigte am 24. Mai, zu Sonntagsfrage und Schröder/Merkel rund 1000 Wahlberechtigte am 23./24. Mai.