Mit Rücksicht auf Neuwahlen stoppt Außenminister Fischer Versetzung von Spitzendiplomaten
Aus Rücksicht auf einen möglichen Nachfolger hat Außenminister Joschka Fischer (Grüne) eine Reihe geplanter Personalentscheidungen auf Spitzenpositionen in seinem Haus vorerst gestoppt. Sie werden bis auf weiteres nicht mehr dem Bundeskabinett vorgelegt. So bleibt die Verlängerung der Amtszeit für den EU-Botschafter Wilhelm Schönfelder in Brüssel offen. Auch eine für den Jahreswechsel geplante Rochade mehrerer Spitzenbotschafter liegt auf Eis. Ursprünglich sollte Staatssekretär Klaus Scharioth nach Washington wechseln, der dortige Botschafter Wolfgang Ischinger nach Großbritannien und der Londoner Vertreter Thomas Matussek nach Indien. Im Falle eines Wechsels nach einer Neuwahl hätte die Nachfolgeregierung damit größere Möglichkeiten, Vertraute in Schlüsselpositionen zu hieven. Für einen Getreuen hat Fischer dagegen noch rasch gesorgt: Planungschef Georg Dick, Gefährte des Grünen seit Frankfurter Tagen, geht wie geplant als Botschafter nach Mexiko. Die entsprechende Vorlage des Auswärtigen Amtes billigte das Kabinett am Mittwoch.