Acrylamidgehalt in Kartoffelchips teils drastisch gestiegen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Acrylamidgehalt in Kartoffelchips teils drastisch gestiegen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat die Belastung von Kartoffelchips mit Acrylamid zum Teil drastisch zugenommen. Messungen der Verbraucherorganisation Foodwatch haben ergeben, dass sich die Werte bei sechs der zehn untersuchten gängigen Produkte gesteigert haben. Bei einer Sorte von Funny-frisch ("Chipsfrisch ungarisch") verdreifachte sich sogar die Acrylamid-Konzentration. Sie lag über dem sogenannten Signalwert der Bundesregierung, der bei einem Milligramm pro Kilogramm liegt. Dass es auch anders geht, zeigt der Testsieger: Er wies nur ein Sechstel der Belastung auf und wird von dem Discounter Lidl vertrieben. Das Krebsrisiko durch Acrylamid, so der Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen in seinem jüngsten Bericht, sei als "nicht mehr tolerabel einzustufen". Derzeit müsse man in Deutschland jährlich mit 10 000 Krebsneuerkrankungen durch den Stoff ausgehen. Der Umweltrat fordert deshalb dringend Maßnahmen von der Bundesregierung, um das Risiko für "jeden Einzelnen so weit wie möglich zu minimieren".