PDS und Wahlalternative streiten um Bündnis
Die PDS und die linke Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit (WASG) ringen zäh um ein mögliches Bündnis zur Bundestagswahl. PDS-Chef Lothar Bisky ist verärgert über die zahlreichen Erklärungen von WASG-Vorstand Klaus Ernst, Mitglieder seiner Vereinigung seien keineswegs bereit, auf offenen Listen der PDS zu kandidieren. Auf zwei vertraulichen Treffen, in Fürth und Nürnberg, bestanden PDS-Vertreter darauf, dass unbedingt das Kürzel PDS auf den Wahlzetteln stehen müsse weil ostdeutsche Wähler sonst irritiert würden. Eine Fusion oder die Gründung einer neuen, gemeinsamen Partei ist bis zum Wahltag aus PDS-Sicht "ausgeschlossen". Möglich sei aber etwa die Ergänzung des Parteinamens PDS um den Zusatz "Demokratische Linke", was ein PDS-Parteitag beschließen müsste. Darin sehen WASG-Vertreter allerdings nur eine "kosmetische Aktion". Sie sind verärgert, dass PDS-Spitzenkandidat Gregor Gysi von den Postsozialisten auch gleich zum zukünftigen Fraktionschef ausgerufen wurde. Zudem fürchtet die WASG die totale Abhängigkeit von PDS-Landesverbänden, die den WASG-Kandidaten aussichtsreiche Listenplätze verweigern könnten. In der PDS-Zentrale wachsen inzwischen auch Bedenken wegen einer möglichen Zusammenarbeit mit Ex-SPD-Chef Oskar Lafontaine. PDS-Politiker berichten von negativen Reaktionen der Basis; wer mit dem Amt August Bebels so umgehe wie Lafontaine, polterten Genossen auf Versammlungen, dem sei nicht zu trauen.