ARD-Schleichwerbung kein Einzelfall/ Agentur vermittelt Werbung im redaktionellen Gewand bei n-tv - DER SPIEGEL
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ARD-Schleichwerbung kein Einzelfall/ Agentur vermittelt Werbung im redaktionellen Gewand bei n-tv

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Kein Einzelfall ist die vergangene Woche bekannt gewordene Schleichwerbung in der ARD-Sendung "Marienhof". Auch andere Fernsehsender und Werbekunden setzen auf "Programming", das Unterwandern des redaktionellen Programmes mit Werbebotschaften. Vor allem die Pharmaindustrie erkauft sich zunehmend redaktionelle Präsenz. So bot eine Gütersloher Kommunikationsagentur einem großen Pharmakonzern redaktionelle Beiträge in einem "Ratgeberformat auf n-tv" an. Rund um die betreffende Krankheit wurde ein "Experten-Talk mit Moderation" offeriert, der "über den Tag verteilt an prominenten Sendeplätzen, zum Beispiel nach dem n-tv-Wetter" stattfinden könne. Die Themen würden "durch fundierte journalistische Reportagen transportiert" und die Berichterstattung "durch Expertenaussagen" gestützt. Den Vorteil für die Pillenfabrikanten lieferte die Agentur gleich mit: Der Zuschauer bekäme "neue Informationen und Impulse, um bisherige Verfahrensweisen und Einstellungen neu zu überdenken". Die Kosten fallen für den Auftraggeber kaum ins Gewicht. Aus Dokumenten, die dem SPIEGEL vorliegen, geht hervor, dass die Produktions- und Ausstrahlungskosten "je nach Sendefenster" zwischen 245 und 700 Euro pro Minute betragen. "Auf Anfrage komme ich sehr leicht an solche Angebote", sagt ein Manager des betroffenen Pharmakonzerns. Es sei kein Problem sie auch zu nutzen. n-tv bestreitet das. "Es gibt immer wieder Agenturen, die ohne unser Wissen und nicht in unserem Auftrag der Industrie solche Angebote machen", sagt ein n-tv-Sprecher. Auch das ZDF fiel bereits durch Geschäfte in der Grauzone auf (SPIEGEL 14/2004). So ließ sich das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium die Platzierung von Pfälzer Wein in der ZDF-Sendung "Sabine!" 120 000 Euro Steuergelder kosten. Die Gesellschaft der Deutschen Agrarwirtschaft erkaufte sich in der gleichen Sendung für geschätzte 200000 Euro eine Milchbar, deren Produkte "mindestens einmal pro Folge redaktionell in die Handlung eingebunden" werden sollten. Die Deutsche Post durfte den Briefclub "Letternet" bewerben.