Mindestens neun Hedgefonds sollen gemeinsam die Deutsche Börse attackiert haben
Bei mindestens neun Hedgefonds, darunter weitgehend unbekannte Adressen wie Seneca, Jana, Lone Pine, Third Point, Harris oder Parvus, erhärtet sich der Verdacht, dass sie ihr Verhalten bei der Attacke auf die Deutsche Börse miteinander abgestimmt haben. Das geht aus einer E-Mail hervor, die TCI-Chef Christopher Hohn an David Andrews, ein Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Börse, geschickt hat. In der E-Mail vom 17. April zählt der Hedgefonds-Manager insgesamt 15 Institutionen auf, die laut Hohn insgesamt 59 Prozent des Aktienkapitals kontrollieren und seine Forderungen beispielsweise nach Rücktritten von Aufsichtsräten bei der Deutschen Börse unterstützen würden. Diese E-Mail liegt auch der BaFin vor, die ein Ermittlungsverfahren gegen Hohn und Co. wegen eines abgestimmten Verhaltens der Investoren bei der Deutschen Börse ermittelt. Hohn fordert mit geharnischten Worten das britische Aufsichtsratsmitglied Andrews zum Rücktritt auf: "Wenn Sie froh sind, dass Sie von Breuer in die Halle der Schande geführt werden, dann kann ich Ihnen nicht helfen." Rolf Breuer, der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Börse, habe ihm am 7. April gesagt, dass die meisten Aufsichtsratsmitglieder nicht zurücktreten wollten und lieber "mit einer steifen britischen Oberlippe" ausscheiden wollten. Mittlerweile haben fünf Aufsichtsratsmitglieder auf Druck von Hohn und Co. ihren Rücktritt erklärt.