Neue Hundertschaft des BGS übernimmt Auslandseinsätze - DER SPIEGEL
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Neue Hundertschaft des BGS übernimmt Auslandseinsätze

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Die Pläne, den Bundesgrenzschutz verstärkt in ausländische Krisengebiete zu schicken, sind erheblich weiter fortgeschritten als bisher bekannt. Innenminister Otto Schily (SPD) hat den Aufbau einer Hundertschaft im niedersächsischen Gifhorn beschlossen, die ab Januar 2006 Polizeieinsätze im Ausland übernehmen und damit die Bundeswehr entlasten soll. Der Grenzschutz hat bereits seit 1989 mit insgesamt mehr als 1600 Beamten an internationalen Friedensmissionen teilgenommen; im Mai waren 137 Kräfte auf dem Balkan, in Afrika und Afghanistan im Einsatz. Nachdem die Bundeswehr im vorigen Jahr bei Ausschreitungen im Kosovo sichtbar überfordert war, hatte Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) aber ein stärkeres Engagement des BGS verlangt. Die neue Hundertschaft soll kurzfristig für Anforderungen der EU, der Vereinten Nationen und anderer Mandatsträger zur Verfügung stehen. Allerdings wehrt sich Schilys Ressort gegen Vorstellungen des Verteidigungsministeriums, die Einheit nach dem Vorbild der italienischen Carabinieri als paramilitärische Truppe aufzubauen, die zur Not auch militärische Lagen bewältigen könnte. Dazu würde eine Ausrüstung mit Maschinengewehren und Stahlhelmen gehören, die der BGS vor Jahren abgeschafft hat.