Thüringen wirbt mit Neonazi-Emblem für Ausbildungsbörse - DER SPIEGEL
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Thüringen wirbt mit Neonazi-Emblem für Ausbildungsbörse

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Thüringen wirbt mit zweifelhaften Methoden für eine Ausbildungsbörse, die unter Schirmherrschaft von Regierungschef Dieter Althaus (CDU) steht. Auf 300 Großplakaten ist ein Jugendlicher zu sehen, der ein bei Rechtsextremen beliebtes Shirt der englischen Marke Lonsdale trägt. Dem Verfassungsschutz sind die Träger solcher Kleidungsstücke seit jeher verdächtig, weil unter einer offenen Jacke nur noch die Buchstaben-Folge NSDA zu sehen ist - für Rechtsextremisten eine straffreie Möglichkeit, an die NSDAP zu erinnern. Auf dem Großplakat wird der Schriftzug exakt auf diese Kombination reduziert - doch die Verantwortlichen der Börse geben sich ahnungslos: "Das war ein dummer Zufall. Nicht einmal der Jugendliche wusste, was er da trägt." Der Landtagsabgeordnete der PDS-Fraktion Roland Hahnemann schritt vergangenen Donnerstag selbst zur Tat und überpinselte zunächst auf acht Erfurter Plakaten die Lettern mit schwarzer Farbe: "Das Plakat", begründete er seinen Eingriff, "macht auf alarmierende Weise deutlich, wie sich Neonazi-Dominanz in der Jugendkultur schrittweise durchsetzt." Die Initiatoren wollen nun einlenken: Alle restlichen 292 Plakate sollen überklebt werden.