Grüne Spitze greift den Kanzler an
Die Führung der Grünen hat Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wegen dessen abfälligen Äußerungen zur rot-grünen Koalition offen angegriffen. Parteichef Reinhard Bütikofer sagte dem SPIEGEL, der Kanzler betreibe mit seinen Einlassungen eine "Selbstbeschädigung". Er sehe in den Aussagen den "Ausdruck einer wachsenden Orientierungslosigkeit". Schröder hatte zuvor gesagt, das Regierungsbündnis habe zur gesellschaftlichen Situation nicht gepasst. Auch die scheidende grüne Umweltministerin von Nordrhein-Westfalen, Bärbel Höhn, kritisierte Schröder massiv: "Warum ist Schröder überhaupt als Kanzler des rot-grünen Projekts 1998 angetreten, wenn es für die Bedürfnisse der Zeit nicht angemessen sein soll?" Fraktionschefin Krista Sager erklärte, Schröder habe zwar auf ökologischem Gebiet bewiesen, dass er zu einem "mentalen Durchbruch" fähig sei. Gleichzeitig sei er aber immer wieder anfällig für falsche "Einflüsterungen" durch die Industrie-Lobby gewesen - etwa beim Dieselrußfilter.