Landesgesundheitsminister drängen auf Anschaffung lebensrettender Arzneien für Influenza-Pandemie - DER SPIEGEL
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Landesgesundheitsminister drängen auf Anschaffung lebensrettender Arzneien für Influenza-Pandemie

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Um die Auswirkung einer möglichen Influenza-Pandemie in Deutschland sorgen sich die Gesundheitsminister der Länder. Bei einem Treffen in Erlangen wollen die Ressortchefs den Bund in dieser Woche "neuerlich und eindringlich" auffordern, endlich "ohne Zeitverzögerung" sämtliche Vorbereitungen zum Schutz der Bevölkerung zu treffen. Hintergrund ist ein Streit um die Anschaffung von lebensrettenden Arzneien. Da Impfstoffe bei einer weltweiten Epidemie erst nach drei bis sechs Monaten zur Verfügung stehen können, müsste diese Zeit mit anderen Mitteln überbrückt werden. Möglich ist einzig die Behandlung mit einem antiviralen Medikament. Weil es kein spezielles Bundesgesetz für derartige Notfälle gibt, stehen die Länder derzeit im Kontakt mit dem Schweizer Konzern Roche, der das Grippemedikament "Tamiflu" herstellt. Das Problem: Die auf dem Markt befindlichen Mengen reichen nicht aus, um die Bevölkerung im Ernstfall umfassend zu schützen. Die Experten gehen davon aus, dass ein Drittel der deutschen Bevölkerung ein erhöhtes Erkrankungsrisiko hat - das wären 28 Millionen Menschen. Deutschland muss also bei den Pharmafirmen enorme Mengen an Medikamenten bestellen und einlagern. Roche hat eine Frist bis zum Erlanger Treffen gesetzt. Vor allem die Kosten der Aktion lassen den Bund, aber auch die Finanzminister der Länder zögern: Im Gespräch ist ein Packungspreis von rund zwölf Euro. Die Gesundheitsminister wollen den Bund nun auffordern, sich an den entstehenden Kosten "aus gesamtstaatlicher Verantwortung heraus" zu beteiligen. Im Fall einer Pandemie, so locken die Länder den Finanzminister, müssten ohnehin die gesetzlichen und privaten Krankenkassen für das Grippemedikament zahlen.