Weitere Veränderungen im Bahn-Aufsichtsrat - DER SPIEGEL
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Weitere Veränderungen im Bahn-Aufsichtsrat

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Im Kontrollgremium der Deutschen Bahn stehen nach dem vergangene Woche angekündigten Rückzug von Aufsichtsratschef Michael Frenzel weitere Personalveränderungen an. Der TUI-Chef will auf der Hauptversammlung am 5. Juli nicht erneut kandidieren, weil sein Verhältnis zu Bahnchef Hartmut Mehdorn als zerrüttet gilt und eine CDU-geführte Regierung dem Sozialdemokraten nach gewonnener Wahl wohl ohnehin das Vertrauen entzogen hätte. Gute Chancen, Frenzel zu beerben, hat der frühere Deutsche-Bank-Vorstand Jürgen Krumnow. Der parteilose Bilanz- und Controlling-Fachmann soll in jedem Fall für den scheidenden ehemaligen Infineon- Chef Ulrich Schumacher in das Kontrollgremium einziehen - und gilt als idealer Aufseher eines künftigen Börsengangs der Bahn. Neben Krumnow wird auch SMS-Chef Heinrich Weiss als möglicher Mehdorn-Aufseher genannt. Weiss sitzt bereits im Bahnaufsichtsrat und gilt als CDU-nah. Wer von beiden Topmanagern als Frenzel- Nachfolger zum Zug kommt, ist offen. Zudem werden in Berlin noch andere Namen gehandelt, allen voran RAG-Chef und Bahnaufsichtsrat Werner Müller sowie Ex-Wirtschaftsstaatssekretär Alfred Tacke - heute Steag-Boss und der Bahn aus Politiker- Zeiten schon einmal als Kontrolleur verbunden. Beide sind zwar SPD-nah, müssen aber in ihren Unternehmen künftig mit der neuen schwarz-gelben Landesregierung in NRW zusammenarbeiten. Sie sind damit, so heißt es in Berlin, "eine Art Giftpille" für eine mögliche Kanzlerin Angela Merkel - und könnten nach einem Machtwechsel nicht gleich wieder abgeschoben werden. Müller und Tacke, sagen Bahninsider, seien daher eine Garantie dafür, "dass Mehdorn auch nach dem 18. September weiter im Amt bleibt".