SPD-Wahlmanifest sieht Konjunkturförderung vor - Weitere Punkte: Reichensteuer, Mindestlohn, Bürgerversicherung
Die SPD zieht in den Wahlkampf zur mutmaßlichen Bundestagswahl mit einem
ganzen Bündel konjunkturstützender Vorschläge. Wie das Nachrichten-Magazin
DER SPIEGEL in seiner neuesten Ausgabe berichtet, sieht das 37 Seiten umfassende
Wahlmanifest, das an diesem Montag unter der Überschrift "Vertrauen in
Deutschland" von Parteivorstand und Parteirat verabschiedet werden soll, zusätzliche
zwei Milliarden Euro bis 2009 für Schienen- und Straßenbau vor. Innovative
Mittelständler sollen um zwei Prozent günstigere Kredite erhalten, Privatleute 20
Prozent ihrer Handwerkerrechnungen von maximal 3000 Euro pro Jahr bei der Einkommensteuer
geltend machen können. Handwerk und kleinere Betriebe sollen von
der Gewerbesteuer faktisch freigestellt werden.
Weiter im Programm stehen ein dreiprozentiger Steuerzuschlag ("Reichensteuer")
für Spitzenverdiener (ab 250.000/500.000 Euro), die Angleichung des Arbeitslosengeldes
II in Ost und West, die Festschreibung eines Mindestlohns sowie die
Einführung der Bürgerversicherung, eines Elterngeldes und einer Familienkasse. In
dünnbesiedelten Regionen planen die Sozialdemokraten Pilotprojekte zum demografischen
Wandel und im frühen Kindesalter bei Sprachdefiziten eine gezielte Förderung.
Zudem sollen große Erbschaften in Zukunft höher besteuert werden.
Ausdrücklich beibehalten werden laut Wahlprogramm die geltenden Beschlüsse zur
Steinkohleverordnung, die Gewerbesteuer, die Gebührenfreiheit des Erststudiums
sowie die Steuerfreiheit für Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge.