Neue Vorwürfe in der VW-Korruptionsaffäre
In der Affäre um den entlassenen Skoda-Vorstand Helmuth Schuster und den
zurückgetretenen Betriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert gibt es neue Vorwürfe.
So versuchte Schuster auch, die IG Metall als Mitfinanzier für ein geplantes Vertriebs-
und Erlebniscenter der Marke Skoda in Prag zu gewinnen. Auftragsvolumen:
rund 50 Millionen Euro. Schuster fragte bei der Gewerkschaft an, ob die sich mit
mehreren Millionen Euro, die sie für ihren Pensionsfonds angelegt hat, an dem Projekt
beteiligen wolle. Doch die IG Metall wollte zuvor Auskünfte über die Gesellschafter
der Prager Firma F-BEL, die sich um den Auftrag von Skoda beworben hatte.
Sie bekam keine befriedigenden Informationen und lehnte ab. An F-BEL sollen
Schuster und Volkert indirekt beteiligt gewesen sein.
Zudem soll ein Mitarbeiter der Personalabteilung dafür gesorgt haben, dass eine
Brasilianerin, zu der Betriebsratschef Volkert ein persönliches Verhältnis hatte,
mehrmals nach Deutschland fliegen konnte - First Class und auf Kosten von VW.
Die Abrechnungen dafür seien als Auslagen für andere Projekte des Betriebsrats
verrechnet worden.
Offen ist derzeit, ob Personalvorstand Peter Hartz von den Vorgängen etwas ahnte,
gar wusste oder zumindest hätte wissen müssen. Zu dem Vorwurf, einige der
umstrittenen Abrechnungen, die jetzt von der internen Revision untersucht werden,
habe Hartz persönlich abgezeichnet, teilt VW mit: Dazu könne man derzeit keine
Stellung nehmen, weil noch nicht alle Rechnungen geprüft seien.