ARD-Vorsitzender kündigt im Schleichwerbeskandal juristische Konsequenzen und strengere Kontrollmechanismen an - DER SPIEGEL
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ARD-Vorsitzender kündigt im Schleichwerbeskandal juristische Konsequenzen und strengere Kontrollmechanismen an

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Der ARD-Vorsitzende und BR-Intendant Thomas Gruber hat angekündigt, dass die ARD im Schleichwerbeverfahren auch juristisch gegen die Bavaria Film vorgehen wird. Nach einer Marathon-Aufsichtsratssitzung der Münchner Produktionsfirma sagte Gruber im SPIEGEL-Interview: "Wir haben deutlich gemacht, dass wir die vorgesehenen Vertragsstrafen in Höhe von zehn Prozent des Auftragsvolumens einfordern werden. Das wird für die Bavaria zu erheblichen finanziellen Belastungen führen", so Gruber, der auch Bavaria-Aufsichtsrat ist. "Immerhin können und wollen wir die Programme ungeschnitten weder erneut senden noch verkaufen."
Zuvor hatten die Bavaria-Gesellschafter beschlossen, zwei Chefproduzenten und den Chefdramaturgen der hauptsächlich betroffenen Serie "Marienhof" mit sofortiger Wirkung zu kündigen. Bavaria-Geschäftsführer Thilo Kleine kam mit einer Abmahnung davon. "Herr Kleine hat glaubhaft beteuert, von der Sache in ihrer Dimension nichts gewusst zu haben. Die Prüfer konnten nichts anderes nachweisen", so Gruber zum SPIEGEL.
Nach den Befunden der externen Prüfer der KPMG und einer internen Revision, die unter anderem 117 verbotene Schleichwerbefälle in rund tausend Folgen der Serie "Marienhof" bestätigten, kündigte Gruber ferner eine Ausdehnung der neu beschlossenen Kontrollmechanismen auch auf andere Produzenten und ARDProgramme an. "Ich werde mich dafür stark machen, dass es künftig ARD-weit nur noch Verträge gibt, die schmerzhafte Strafen für Schleichwerbung festlegen", so Gruber. Zudem müssten künftig jegliche Vereinbarungen mit Dritten über finanzielle oder geldwerte Leistungen offen gelegt werden. "Nichts wäre schlimmer, als wenn scheibchenweise neue Fälle auftauchten", sagte Gruber. Die Bavaria habe der ARD "unbestreitbar schweren Schaden" zugefügt. "Da gibt es nichts zu verniedlichen."