Korruptionsaffäre um Emig weitet sich aus - DER SPIEGEL
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Korruptionsaffäre um Emig weitet sich aus

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Das Korruptionssystem, das der vergangene Woche inhaftierte ehemalige Sportchef des Hessischen Rundfunks (HR), Jürgen Emig, aufgebaut haben soll, entstand offenbar schon vor über 15 Jahren. Emig, seit 1987 Sportchef des Senders, forderte bereits 1992 vom damaligen Handball-Meister SG Wallau-Massenheim 10.000 Mark Kostenbeteiligung pro gezeigtes Spiel. Als das Geld nicht floss, sei die Berichterstattung "auf ein Minimum reduziert worden", so der frühere Vereinsmanager Bodo Ströhmann. Das Radrennen um den Henninger Turm, unter Emig zum HR-Großereignis aufgeblasen, gilt vielen als Blaupause der Emigschen Zugewinngemeinschaft: Zum einen durfte die Agentur seiner Frau (Killinger Production) lukrative Sponsorenverträge vermitteln, zum anderen wurden Emig sogar kurze Moderationen von Pressekonferenzen durch die Sponsoren zeitweise üppig extra vergütet. Ende der neunziger Jahre, als die ARD ihre journalistische Unabhängigkeit in der Tour-de-France-Berichterstattung aufgab und stattdessen das Team Telekom mit Trikotwerbung unterstützte, fiel für Killinger Production gleich ein Auftrag mit ab: Die Firma durfte im Auftrag der Telekom Trailer der Tour produzieren. Häufig liefen Emigs Arrangements über die Agentur SMP seines Partners Harald Frahm. "SMP wurde uns immer als offizieller Vertreter des HR vorgestellt", erinnert sich Kurt Denk, Organisator des Frankfurter Ironman-Triathlons. Ähnlich wie regionale Marathon- und Football-Veranstalter musste Denk vertraglich festgelegte "Produktionskostenzuschüsse" leisten - rund 70.000 Euro pro Veranstaltung. Doch das, was er an SMP gezahlt habe, weiß Denk aus dem Kreis der Ermittler, sei in der Höhe nie beim HR angekommen. Die Frankfurter Staatsanwälte fanden auch Hinweise auf Geschäfte mit anderen ARD-Anstalten. So hatte Frahms SMP zwei Aufträge des MDR erhalten. Im Jahr 2003 bekam SMP für die Radsportveranstaltung "Friedensfahrt" 36.0000 Euro und im vorigen Jahr für das Tanzturnier "ARD-Masters" 54.000 Euro. "In beiden Fällen", beteuert MDR-Sprecher Eric Markuse, "handelt es sich um geprüfte, marktübliche und saubere Geschäfte."