Krankenkassen-Sonderbeitrag spült 1,5 Milliarden Euro in Eichels Kassen
Ohne großes Aufsehen bedient sich Bundesfinanzminister Hans Eichel künftig auf Umwegen aus den Geldbeuteln der Arbeitnehmer: Seit vergangenem Freitag müssen abhängig Beschäftigte einen Sonderbeitrag von 0,9 Prozent ihres Bruttoeinkommens für die gesetzliche Krankenversicherung leisten - den ihre Arbeitgeber nicht bezahlen müssen. Während die rot-grüne Regierung damit die Lohnnebenkosten senken möchte, hält der Wiesbadener Wirtschaftsprofessor Lorenz Jarass die Maßnahme für eine verkappte Steuererhöhung. Grund: Die Betriebe werden durch die Gesetzesänderung brutto um etwa 4,5 Milliarden Euro entlastet. Diesen Betrag konnten sie früher steuerlich als Kosten geltend machen, künftig müssen sie ihn als Gewinn versteuern. Unterm Strich macht das noch eine Ersparnis von rund 3 Milliarden Euro. Die Arbeiter und Angestellten, denen die 4,5 Milliarden Euro im Gegenzug aufgebürdet werden, können die zusätzlichen Sozialkosten meist nicht von der Steuer absetzen. Die Differenz, also rund 1,5 Milliarden Euro, kassiert der Staat.