Berliner SPD-Finanzsenator Sarrazin nennt Reichensteuer-Pläne der eigenen Partei einen "Gag"
Hamburg - Im Zusammenhang mit der Debatte um das neue SPD-Wahlprogramm
hat der Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) seine Partei eindringlich vor der
Einführung einer Sondersteuer für Reiche gewarnt. "Dieser Plan ist mehr ein kommunikativer
Gag als eine Sachentscheidung", sagte Sarrazin dem Hamburger
Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. "Die SPD hat sich mit der Steuerreform von 2000
als Steuersenkungspartei profiliert. Nun wird das Gegenteil kommuniziert. Das ist
nicht gut überlegt."
Am Ende könne eine solche Politik "mehr Leute abstoßen als anziehen", kritisierte
Sarrazin. "Die meisten Menschen wünschen sich einen verlässlichen Kurs in der
Politik. Da ist es immer falsch, wenn man gegenläufige Signale setzt."
Die neue Steuer ändere nichts an der "katastrophalen Haushaltslage", so Sarrazin
weiter. Die SPD solle sich deshalb "nicht mit Symbolpolitik verzetteln, sondern
mutig eine grundlegende Überarbeitung des Steuersystems angehen". Dazu gehörten
die Streichung von Subventionen sowie die Senkung der Körperschaftsteuer
auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau.