"Galileo"-Navigationsdienste könnten für Bundeswehr teuer werden
Die Nutzung des geplanten europäischen Satelliten-Navigationssystems "Galileo" könnte für das Militär der beteiligten Staaten eine teure Angelegenheit werden. Die 30 Satelliten sollen ab 2011 - teils gebührenpflichtige - Signale für zivile Nutzer wie Schifffahrt und Speditionen ausstrahlen. Für staatliche Anwender wie die Polizei sind zwei verschlüsselte Frequenzbereiche reserviert. Zum Steuern von Marsch- flugkörpern und anderen Präzisionswaffen taugen die damit übertragenen Signale indes kaum, weil die Abweichung beim Bestimmen der Position bis zu 6,5 Meter in der Waagerechten und 12 Meter in der Senkrechten beträgt. Eine präzisere Standortbestimmung - auf weniger als zehn Zentimeter genau - ließe sich für das Militär nur erreichen, wenn zusätzlich ein dritter, kommerzieller Frequenzbereich benutzt würde. Die fällige Gebühr müssen die Regierungen allerdings mit einem Monopolisten aushandeln: Mit Zustimmung von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) genehmigte die EU den bisher konkurrierenden Firmengruppen Inavsat und Eurely vorige Woche, das potentiell profitable System gemeinsam aufzubauen und zu betreiben. Galileo wird dem US-System GPS Konkurrenz machen, das für das Militär entwickelt und später für zivile Nutzer geöffnet worden ist.