Früherer Telekom-Finanzvorstand Kröske verklagt Bonner Staatsanwaltschaft
Für die Bonner Staatsanwaltschaft wird das inzwischen förmlich eingestellte Verfahren gegen Manager der Deutschen Telekom AG ein juristisches Nachspiel haben. Gegen die Manager wurde wegen des Verdachts der Falschbilanzierung im Zusammenhang mit der umstrittenen Immobilienbewertung ermittelt. Der ehemalige Telekom-Vorstand Joachim Kröske will nun eine Amtshaftungsklage beim Düsseldorfer Landgericht einreichen. Darin erheben Kröske und sein Anwalt Thomas Knierim schwere Anschuldigungen gegen die Bonner Staatsanwälte. Im fünfjährigen Verfahren seien "Ermittlungsinhalte verfälscht", "Begründungen konstruiert" und "Sachverständigengutachten willkürlich ausgelegt" worden. Vorgesetzte Beamte der Bonner Fahnder, darunter der Generalstaatsanwalt in Köln, seien durch "unvertretbar falsche Berichte" über die Ermittlungsergebnisse getäuscht worden. Kröske fordert ein Schmerzensgeld in Höhe von 50.000 Euro. Er hatte einer Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße von 250.000 Euro in den vergangenen Tagen auf Drängen der Telekom und unter der Voraussetzung zugestimmt, dass der Telefonmulti die Strafe bezahlt. Die Bonner Staatsanwaltschaft will nicht Stellung nehmen, bevor ihr die Klageschrift vorliegt.