BaFin ermittelt wegen Bilanzmanipulation bei Lebensversicherern
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ermittelt wegen undurchsichtiger Bilanzierungspraktiken nun auch gegen deutsche Lebensversicherer. "Wir haben in jüngster Zeit bei einigen Lebensversicherern Rückversicherungsverträge beanstandet", bestätigt BaFin-Sprecher Peter Abrahams entsprechende Recherchen des SPIEGEL. Zurzeit werde gegen mehrere deutsche Erstversicherer ermittelt, nachdem Untersuchungen gegen etwa zehn Rückversicherer schon länger laufen. Der Lebensversicherer des Kölner Versicherungskonzerns Gerling war schon 2003 durch Bilanzmanipulationen aufgefallen. Er hatte 300 Millionen Euro von einem eigens gegründeten konzerneigenen Rückversicherer kassiert, um die Börsenkrise aufzufangen. Zudem verkaufte Gerling Leben künftige Zinszahlungen aus Hypothekendarlehen an eine eigene Tochtergesellschaft, die Gereon Forderungsmanagement GmbH, für 197 Millionen Euro. Beide Geschäfte blähten zunächst den Gewinn auf, lassen aber die künftige Nettoverzinsung der Lebensversicherungen niedriger ausfallen.