Schärfere Visaregeln für chinesische Touristen
Nach den Erfahrungen mit der massenhaften Erschleichung von Deutschland-Visa in der Ukraine will das Auswärtige Amt ähnlichen Problemen in China durch schärfere Kontrollen entgegentreten. Seit September 2004 können Chinesen, die in die EU reisen, über das Reisebüroverfahren vereinfacht ein Visum bekommen. Schon wenige Monate später gab es Berichte über die Betrugsanfälligkeit des Systems. Einigen der dafür akkreditierten Reisebüros entzogen Vertreter der EU-Staaten daraufhin zeitweise oder dauerhaft die Anerkennung, mittlerweile gibt es noch 82. Seit Februar werden die Dokumente in Peking durch einen Bundespolizeispezialisten zusätzlich geprüft. Anfang Juli traten weitere Kontrollen in Kraft: Ein Drittel der Visumbewerber muss nun persönlich in einer Botschaft oder einem Konsulat erscheinen, bevor das Reisedokument ausgestellt werden kann. Zudem übermittelt das Auswärtige Amt die Namen der eingereisten Chinesen an die Bundespolizei die dann kontrolliert, ob sie auch tatsächlich wieder ausgereist sind. Nach Angaben des Auswärtigen Amts gehört Deutschland damit zu den restriktivsten unter den Schengen-Staaten. Im ersten Halbjahr 2005 stellten 15000 Chinesen Visumanträge nach dem Reisebüroverfahren in deutschen Vertretungen in China. Gleichzeitig nahm die illegale Schleusung von Chinesen nach Europa nach Erkenntnissen von Sicherheitsbehörden zu. Deutschland sei dabei hauptsächlich Transitland, etwa mit Zielrichtung Frankreich oder Großbritannien.