Sicherheitsbehörden beklagen mangelnde Kooperationsbereitschaft muslimischer Verbände
Deutlich und prompt wie nie zuvor haben sich die Spitzenvertreter muslimischer Verbände in Deutschland nach den Anschlägen von London in ihren Äußerungen vom islamistischen Terror distanziert. "Das sind marginale Gruppen, die der Religion des Islam mehr geschadet haben als jeder andere", sagt etwa Ali Kizilkaya, Vorsitzender des Islamrats, der durch die islamistische Milli Görüs dominiert wird. "Solche Leute werden in unseren Moscheen ausgeschlossen, wenn nicht angezeigt." Ähnlich äußert sich Nadeem Elyas, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime: "Wir müssen verstärkt in den eigenen Reihen aufpassen." Den Muslimen komme eine besondere Verantwortung zu, mit den Sicherheitsbehörden zusammenzuarbeiten. Bereits jetzt würden in den Moscheen "Personen ausgeschlossen und Hausverbote erteilt", sagt Elyas. Die Verfassungsschutzbehörden urteilen indes skeptisch über die Kooperationsbereitschaft. In vielen Bundesländern sei noch kein einziger Hinweis aus einer Moscheegemeinde auf Islamisten eingegangen. "Darauf warte ich bis heute", sagt ein hochrangiger Verfassungsschützer. Und ein Kollege sekundiert: "Die Vorbehalte, einen solchen Schritt zu tun, sind unserer Einschätzung nach vielerorts noch zu groß."