Der ehemalige Siemens-Chef Pierer weiter im Gespräch für Merkels Wahlkampfteam
Der frühere Siemens-Chef Heinrich von Pierer wird womöglich dem Kompetenzteam von Kanzlerkandidatin Angela Merkel angehören. Pierer, der seit mehr als drei Jahrzehnten Mitglied der CSU ist, könnte dann als künftiger Wirtschaftsminister in den Wahlkampf eingebunden werden. Zum wiederholten Mal haben sich Merkel und der Siemens-Aufsichtsratsvorsitzende am vorvergangenen Freitag in Berlin getroffen. Festgelegt hat sich Pierer, der sich derzeit im Auftrag Bundeskanzler Gerhard Schröders auch um ausländische Investitionen in Deutschland kümmert, bisher nicht. Für bundespolitische Spitzenjobs war der erfolgreiche Unternehmer immer wieder im Gespräch. Im vergangenen Jahr ließ CDU-Chefin Merkel ihn über BDI-Hauptgeschäftsführer Ludolf von Wartenberg als Brüsseler Industriekommissar dem Bundeskanzler vorschlagen. Doch Schröder setzte seinen Parteifreund Günter Verheugen durch. Selbst in der Diskussion um einen Unionskandidaten für die Wahl zum Bundespräsidenten fiel im Frühjahr 2004 Pierers Name, damals allerdings ohne Merkels Zutun. Mit dem Job als Wirtschaftsminister bekäme der Siemens-Mann eine Schlüsselrolle im Kabinett. Mögliche Erfolge von CDU und CSU beim Abbau der Arbeitslosigkeit und der Überwindung der Wachstumsschwäche in Deutschland wären unmittelbar mit seinem Namen verbunden. Für die CDU-Chefin wäre schon Pierers Berufung ins Kompetenzteam ein Erfolg: Die Lücke, die der Wirtschaftsexperte Friedrich Merz hinterließ, würde weniger schmerzen. Auch im Falle einer Großen Koalition stünde sie mit einem parteiübergreifend geschätzten Wirtschaftsführer gut da.