Deutsche-Bank-Vorstand wollte mieses Image seines Unternehmens untersuchen - Rechnung strittig
Der Bonner Insolvenzverwalter Dirk Obermüller fordert von der Deutschen Bank die Begleichung einer Rechnung über 813.392 Euro, berichtet das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. Im Herbst 2004 hatte der Deutsche-Bank-Vorstand Hermann-Josef Lamberti sich mit dem Medienforscher Roland Schatz (Medien Tenor) getroffen. Dabei ging es um eine Studie über das schlechte Image des Frankfurter Geldinstituts wie auch dessen Vorstandssprechers Josef Ackermann. Am 20. Dezember fand in der Zentrale der Bank eine Präsentation der Ergebnisse statt, die für die Banker miserabel ausfielen: Ackermann selbst nahm laut Medien-Tenor-Analyse unter den 30 Dax-Vorstandschefs mal den letzten, mal den drittletzten Platz ein. Im Spiegel der Medien hatte auch die Bank demnach im August 2004 die mit Abstand schlechtesten Werte unter allen Dax-Konzernen.
Im März musste Medien Tenor Insolvenz , womöglich auch, weil laut Schatz große Kunden "zusehends unpünktlicher" gezahlt hätten, so DER SPIEGEL weiter. Für den Insolvenzverwalter ist die Aktenlage auch aufgrund von internen E-Mails zwischen Lamberti und Schatz klar, eine Leistung sei erbracht worden. Die Präsentation in Frankfurt wird von beiden Seiten nicht bestritten. Bis 19. Juli hat Obermüller der Deutschen Bank eine Frist gesetzt. Notfalls wolle er die mehr als 800.000 Euro einklagen. Die Deutsche Bank bestreitet laut SPIEGEL, dass es überhaupt einen Auftrag gab. Von einer großangelegten Analyse sei nie die Rede gewesen. Offene Rechnungen seien nicht bekannt, würden zurückgewiesen und auch nicht bezahlt. Das Geldinstitut hat inzwischen eigene Juristen eingeschaltet.