Flierl will Verwaltung in DDR-Bau verlegen
Berlins Kultursenator Thomas Flierl (PDS), der verbissen gegen den zügigen Abriss des "Palastes der Republik" kämpft, bleibt seiner Liebe zur Architektur der untergegangenen DDR treu. Flierl, früher SED-Mitglied, verhandelt gerade über den Umzug seiner Verwaltung in ein neues Bürogebäude und hat dabei einen Prunkbau im Visier, das denkmalgeschützte "Haus des Lehrers" am Berliner Alexanderplatz, gebaut vom DDR-Stararchitekten Hermann Henselmann. Das Anfang der sechziger Jahre geschaffene Gebäude sollte, so Henselmann, der "Entwicklung des sozialistischen Menschen" dienen und wurde mit einem Wandfries von Walter Womackas "Unser Leben" versehen, das glückliche Erbauer des Sozialismus zeigt. Auch Flierls Vater, der DDR-Architekturtheoretiker Bruno Flierl, lobte das "Haus des Lehrers". Henselmann habe mit diesem Gebäude die DDR-Repräsentationsarchitektur "aus dem nationalen ins internationale Reservoir der Bilder" geführt.