Berliner CDU-Politiker Stölzl soll Talkshow aufgeben
Der Verzicht des "Tatort"-Kommissars Peter Sodann auf eine Kandidatur für die Linkspartei bringt nun einen langjährigen Vertrauten von Altkanzler Helmut Kohl, den Berliner CDU-Politiker und Fernsehmoderator Christoph Stölzl, in die Bredouille. Sodann hatte den geplanten Polit-Trip abgesagt, nachdem ihm sein Heimatsender MDR eine Beurlaubung im Fall der Wahl avisiert hatte. Stölzl, nach eigenen Worten "Andenker der Kulturpolitik Helmut Kohls", ist Vizepräsident des Berliner Abgeordnetenhauses mit Ambitionen für den Posten des Kulturstaatsministers im Fall eines Regierungswechsels. Dennoch moderiert er die RBB-Talkshow "Im Palais". Der Sender räumt eine Lex Stölzl ein: Den Vertrag für die Fernsehrunde habe der CDU-Politiker erhalten, so RBB-Sprecher Ulrich Anschütz, obwohl in Berlin, im Grunde wie "bei den anderen ARD-Anstalten auch, ein Protagonist des Senders nicht zugleich Abgeordneter sein" dürfe. Bei Stölzl habe der Sender jedoch "eine Ausnahme gesehen", weil er vor allem "als kultureller Mensch" vor die Kamera trete. Mit dieser Extrawurst für den vormaligen CDU-Landeschef, der eine Interessenkollision bestreitet, dürfte es nun bald vorbei sein: "Es ist eine Stilfrage", so Rundfunkrat Frank Zimmermann, "Stölzl sollte die ARD-Richtlinien ernst nehmen und verzichten."