VW-Aufsichtsratschef Piëch greift ein
VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch greift jetzt persönlich in die Aufklärung der VW-Affäre ein. Er werde jede Woche einen Tag in der Wolfsburger Konzernzentrale verbringen, nachfragen und sich berichten lassen, kündigt er in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL an. Wenn es Erkenntnisse darüber gebe, wer was zu verantworten habe, "wird dies auch Konsequenzen haben". Bislang habe ihm "noch niemand vorgehalten, ich sei jemals zu rücksichtsvoll mit Managern, die ihre Ergebnisse nicht bringen oder sich etwas haben zu Schulden kommen lassen". Als er vom Vorstandsvorsitz in den Aufsichtsrat gewechselt sei, habe er "den Verantwortlichen viel Leine gegeben". Sie hätten mittlerweile drei Jahre lang zeigen können, was sie können. "Gehen Sie mal davon aus, dass es für manche künftig ungemütlicher wird."
Piëch kritisiert gegenüber dem SPIEGEL auch die Leistung des VW-Managements. Von Porsche könne man in den Medien lesen, wie die entsprechenden Manager ihre Arbeit gut erledigen. "Bei VW dauert es viel zu lange", bis ein "Fehler abgestellt wird", so Piëch: "Da fehlt der nötige Biss." VW-Chef Bernd Pischetsrieder verteidigte er: "Herr Pischetsrieder ist die richtige Wahl."
Die Absatzprobleme beim Oberklassemodell Phaeton, das noch unter seiner Führung entwickelt wurde, führt Piëch auf Vertriebsprobleme zurück. "In Österreich sieht man, was mit dem Phaeton möglich ist, wenn eine Vertriebsorganisation halbwegs gut arbeitet", sagte er. Dort habe der Phaeton innerhalb der Oberklasse binnen zwei Jahren einen Marktanteil von 14 Prozent erreicht und sei damit in etwa auf der Höhe der 7er-Reihe von BMW und der S-Klasse von Mercedes-Benz.