Deutsche Botschaften verstärken biometrische Kontrollen - DER SPIEGEL
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Deutsche Botschaften verstärken biometrische Kontrollen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das Auswärtige Amt weitet den Einsatz biometrischer Erkennungsmethoden in seinen Botschaften aus. Von April 2004 bis zum März dieses Jahres testete die deutsche Vertretung in Nigeria in einem Pilotversuch den parallelen Einsatz von elektronischer Gesichtserkennung und Fingerabdruckscannern für alle Nigerianer, die ein langfristiges Visum für Deutschland beantragen. Das Ergebnis: 40 Prozent der 600 Antragsteller hatten entweder bereits versucht, unter anderen Personalien einzureisen, waren in Deutschland als Kriminelle aufgefallen oder als Asylbewerber abgelehnt worden. Dies konnte vor allem durch den Vergleich von Fingerabdrücken ermittelt werden. Die Gesichtserkennung allein hätte nur 14 Prozent der Antragsteller als Betrüger entlarven können. Trotzdem urteilen die Behörden in einem Bericht weitgehend positiv über die Erfassung des Gesichts. Wenn die Qualität der Vergleichsfotos etwa im Ausländerzentralregister sich verbessere, könnten die Erkennungsraten noch erheblich steigen, so die Fachleute. In wenigen Wochen will auch die deutsche Botschaft auf den Philippinen beginnen, die Fingerabdrücke der Antragsteller dort zu scannen und ein digitales Foto ihres Gesichts zu machen. In Manila liegt die Zahl der Reisewilligen erheblich höher als in Lagos, so kann getestet werden, wie gut die Technik im Massenbetrieb funktioniert.