Diekmann gegen Fusion Allianz/Deutsche Bank
Allianz-Chef Michael Diekmann erteilt dem Zusammengehen mit der Deutschen Bank eine klare Absage. "Aus Allianz-Sicht sehe ich keinen großen Vorteil in dem Fusionsplanspiel mit der doch sehr vom Investmentbank-Geschäft getriebenen Deutschen Bank", sagte er in einem SPIEGEL-Gespräch. Die von der Allianz gekaufte Dresdner Bank werde als ein "in Deutschland verwurzeltes Institut" keine Rolle bei europäischen Bankfusionen spielen. Um den Kontakt zu Endkunden herzustellen, habe die Allianz eigene Banken in Frankreich und Italien gegründet und wolle erst einmal sehen, ob sie dort organisch wachsen könne. In Deutschland will Diekmann das Bankgeschäft über die Versicherungsvertreter der Allianz ausweiten. Zwar werde nicht schon im nächsten Jahr "in jedem Dorf eine Allianz-Vertretung mit angeschlossenem Bankschalter" stehen. "Aber in diese Richtung wollen wir gehen. Da sehen wir große Chancen und Wachstumsfelder", sagte der Vorstandsvorsitzende der Allianz dem SPIEGEL. Der Besteuerung der Beteiligungsverkäufe, wie sie Kanzlerkandidatin Angela Merkel vorgeschlagen hat, wird nach Diekmanns Worten nicht zu einem rapiden Abbau der bei der Allianz verbliebenen Beteiligungen an Unternehmen wie E.on oder Linde führen. Das Portfolio sei schon "weitgehend bereinigt". Außerdem erwartet der Chef der größten Versicherung Übergangsfristen bei der Besteuerung, "sonst könnte das den deutschen Aktienmarkt sehr schwer belasten". Mit einem Steuersatz von 20 Prozent, wie er bei der Union diskutiert wird, könne die Allianz leben. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Lebensversicherungen vom vergangenen Dienstag sieht Diekmann als Chance für die Branche. Die private Altersvorsorge werde noch attraktiver, wenn der Gesetzgeber nun präzise Regeln aufstellen müsse, was mit den Vermögenswerten zu geschehen habe. Die Richter hatten auch eine höhere Transparenz für die Kunden gefordert. Die Allianz werde "alles tun, um die Transparenz weiter zu erhöhen", verspricht Diekmann.