Netzwerk gegen Vertreibung wird polnische Stiftung mit Sitz in Warschau
Beim Aufbau einer länderübergreifenden Stiftung, die sich dem Thema Vertreibung widmen soll, sind Deutschland, Polen, Ungarn und die Slowakei einen Schritt weitergekommen. An diesem Freitag kommen in Warschau Expertendelegationen aller vier Länder zusammen, um die Details der Satzung zu klären. Die Stiftung mit dem Namen "Europäisches Netzwerk Erinnerung und Solidarität" soll nach polnischem Recht mit Sitz in Warschau entstehen und gemeinschaftlich finanziert sein. Die polnische Direktorenstelle ist bereits ausgeschrieben. Als deutsches Mitglied der Stiftung wird der Oldenburger Historiker Burkhard Olschowsky vom Bundesinstitut für ostdeutsche Kultur und Geschichte entsandt. Das "Netzwerk" soll internationale Forschungen, Kongresse und Ausstellungen zum Thema Vertreibung koordinieren und organisieren. Kulturstaatsministerin Christina Weiss hatte es initiiert, nachdem der Plan vom Bund der Vertriebenen für ein "Zentrum gegen Vertreibung" in Berlin heftige Kritik in Polen hervorgerufen hatte.