Luxusboni für Betriebsräte der Commerzbank - DER SPIEGEL
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Luxusboni für Betriebsräte der Commerzbank

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bei der Commerzbank galten für Betriebsräte bis vor kurzem luxuriöse Sonderregelungen. Am Geldbeutel der Arbeitnehmervertreter ging die Bankenkrise der vergangenen Jahre nämlich spurlos vorbei. Während die Mehrheit der Mitarbeiter insbesondere 2001 und 2002 schmerzhafte Bonuskürzungen hinnehmen musste, hielten sich die freigestellten Betriebsräte mit einer Spezialregelung schadlos. Laut einer Protokollnotiz zur Betriebsvereinbarung vom Dezember 2000 wurde bei ihnen "der für das letzte Jahr gezahlte Bonus als Basis für den auszuzahlenden Bonus zugrundegelegt". Der Bonus kann damit nur steigen oder gleich bleiben. In den Krisenjahren 2001 und 2002 kassierten sie folglich die Boni aus 2000, dem Boomjahr. Bei 32 außertariflich bezahlten Betriebsräten waren das im Schnitt 8400 Euro jährlich, zwei weitere aus dem Bereich Investmentbanking kassierten noch deutlich mehr. Das normale Personal bekam dagegen die Kostensenkungsprogramme zu spüren - laut Geschäftsbericht 2002 "im Einvernehmen mit dem Gesamtbetriebsrat und sozialverträglich". Inzwischen liegen die Boni der Betriebsräte im Schnitt gar über 9000 Euro. Die Betriebsvereinbarung "und somit auch die Protokollnotiz" sei mit Wirkung zum 31.12.2004 gekündigt worden, bestätigt Commerzbank- Sprecher Ulrich Ramm die Sonderregelung, die man "bestimmt nicht luxuriös" nennen könne. Derzeit werde ein neues Bonusmodell verhandelt.