Musikindustrie plant billigere "2-Track"-CD - DER SPIEGEL
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Musikindustrie plant billigere "2-Track"-CD

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Die deutsche Musikindustrie fürchtet um die Zukunft der Singles. Nach dramatischen Verkaufseinbrüchen in den vergangenen Jahren - von 44,1 Millionen 1995 auf nur noch 21,3 Millionen 2004 - wurden im ersten Halbjahr 2005 erneut 4,1 Millionen Singles weniger verkauft. Geld verdienen lässt sich fast nur noch mit Top-3-Platzierungen. Nun planen, zum Entsetzen der Musikkonzerne, führende Handelsketten, den Singles auch noch deutlich weniger Verkaufsfläche einzuräumen und etwa nur noch die Top Ten statt bislang die Top 100 anzubieten. Als wohl letzte Chance der Single gilt nun die billigere "2-Track"-CD mit nur zwei Liedern, die in diesen Tagen auf den Markt kommen soll - nur auf einen gemeinsamen Preis können sich die führenden Musikkonzerne offenbar nicht einigen. SonyBMG will die Billig-Single zu 2,99 Euro, Universal für 3,49 und Warner wohl für 3,99 auf den Markt werfen. Eine überraschende Renaissance erlebt die Single dagegen in den USA durch boomende Online-Verkäufe: Reguläre Single-Verkäufe waren dort von 135 Millionen Stück 1997 auf 7,4 Millionen 2004 abgestürzt. Im vergangenen Jahr aber katapultierten 140 Millionen Downloads von aktuellen Hits wie von Mariah Carey die Single-Verkäufe auf Rekordniveau - dieses Jahr sollen es sogar 300 Millionen werden. "Die Single ist plötzlich lebendiger als in der ganzen bisherigen Geschichte der Musikwirtschaft", jubelt Craig Kallman, Chef der Plattenfirma Atlantic Records.