SPD-Strategen denken über Ampelkoalition nach - DER SPIEGEL
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SPD-Strategen denken über Ampelkoalition nach

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPD und Grüne wollen ihre Wahlkampfstrategie modifizieren. Grund: Der durch Talkshows tingelnde Bundeskanzler Gerhard Schröder hat zwar für steigende Sympathiewerte gesorgt, aber der rot-grünen Koalition in Meinungsumfragen nicht den erhofften Zuspruch verschafft. Die Demoskopen prophezeien derzeit eine SPD-Niederlage von historischem Ausmaß, was weitere Wechselwähler in die Arme der vermuteten Sieger treiben könnte. Deshalb will Schröder ab sofort aggressiver auftreten und stärker als bisher die CDU/CSU-Kanzlerkandidatin und vor allem deren Wahlprogramm attackieren. Außerdem bringen die Strategen aus Kanzleramt und Willy- Brandt-Haus ein Ampelbündnis ins Gespräch, das auch im Fall einer Wahlniederlage der SPD den Machterhalt sichern könnte. Rechnerisch wäre ein rot-gelb-grünes Zusammengehen möglich bei einem schwachen Ergebnis von CDU/CSU und FDP sowie einem Ergebnis der Grünen von neun Prozent und der SPD von 33 Prozent. Einer der engsten Kanzlerberater: "Jetzt ist das eine Luftbuchung, aber wenn die Zahlen es hergeben, wird daraus eine Perspektive." SPD-Vorstandsmitglied Sigmar Gabriel hatte bereits vor einer Woche öffentlich eine Ampel-Debatte "nicht so weit wegschmeißen" wollen. FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt schließt dagegen im SPIEGEL-Gespräch eine Ampel-Koalition kategorisch aus. Auch Präsidiumsmitglied Hermann Otto Solms legt sich fest: "Die FDP geht in eine Koalition mit der Union oder in die Opposition." Und Amtskollege Rainer Brüderle meint: "Es wird nicht gehampelt oder geampelt."