Bundesnachrichtendienst soll Aufklärung für Auslandseinsätze der Bundeswehr übernehmen
Der Bundesnachrichtendienst (BND) wird künftig die Aufklärung für Einsätze der Bundeswehr übernehmen. Darauf haben sich jetzt Kanzleramt und Verteidigungsministerium offiziell geeinigt und damit einen mehrjährigen erbitterten Streit beigelegt. Die Vereinbarung wurde von Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier und Verteidigungsstaatssekretär Klaus-Günther Biederbick unterzeichnet. Sie regelt, dass beim BND rund 270 neue Mitarbeiter eingestellt werden, die in Zukunft die Auslandseinsätze deutscher Soldaten etwa in Afghanistan oder dem Kosovo vorbereiten und regelmäßige Lageanalysen erstellen sollen. Bisher hatte diese Aufgabe das Zentrum für Nachrichtenwesen der Bundeswehr in Gelsdorf bei Bonn übernommen. Da die Truppe aber über keinen eigenen Geheimdienst verfügt, hatten Soldaten wiederholt über unzureichende Informationen geklagt. Die Vereinbarung sieht nun vor, "die knappen Kapazitäten im Militärischen Nachrichtenwesen zu bündeln und damit den durch die Auslandseinsätze der Bundeswehr gestiegenen Informationsbedarf des Bundesverteidigungsministeriums und der Bundeswehr zu decken". Die meisten der neuen BND-Auswerter werden Soldaten aus Gelsdorf sein und künftig in Berlin arbeiten.