Schattenkabinett: Kirchhof für weitergehende Steuerreform
Der Steuerexperte im Wahlkampfteam der Union, der frühere Verfassungsrichter Paul Kirchhof, sieht das Regierungsprogramm der Union als wichtigen Schritt hin zu einer Vereinfachung des Steuerrechts, will aber als Finanzminister langfristig auch an seinem radikalen Steuerkonzept festhalten. Im Gespräch mit dem SPIEGEL kündigt Kirchhof an, dass er sich dafür einsetzen werde, alle 418 Steuervergünstigungen abzuschaffen. "Etwas anderes ist nach meiner Überzeugung politisch schwerer umsetzbar. Wenn Sie das eine oder andere Privileg bestehen lassen, fragen sich die Leute sofort, warum diese und nicht weitere", sagte Kirchhof. Auch die Ankündigung der Union im Wahlprogramm, den Spitzensteuersatz von 42 auf 39 Prozent zu senken, reicht dem Wissenschaftler nicht. Er werde auch in einem Kabinett Merkel für seine Einheitssteuer von 25 Prozent für alle Einkommen kämpfen: "Natürlich will ich meine Konzepte auch in einer Regierung umsetzen. Mein Ziel ist, langfristig ein Steuersystem zu schaffen, in dem Bürger und Unternehmen gleich besteuert werden und in dem es keine Rolle spielt, womit ich mein Geld verdiene."