Brandenburgs CDU will Innenminister Schönbohm zum Rückzug drängen
Nach seiner Attacke auf die angeblich "proletarisierten" Ostdeutschen gerät Brandenburgs Innenminister und CDU-Landeschef Jörg Schönbohm auch innerparteilich unter Druck. Aufgeschreckt von einem dramatischen Einbruch bei Umfragen, denen zufolge die Landesunion von 33 auf 21 Prozent abstürzte, planen führende Christdemokraten für die Zeit nach Schönbohm. Der hat sich zwar mit einem Brief an die Parteimitglieder für seine Ossi-Schelte inzwischen entschuldigt; dennoch soll der 67jährigen Ex-General nach der Bundestagswahl den Parteivorsitz aufgeben. Man wolle ihn zum "geordneten Rückzug" drängen, heißt es in der Parteispitze. Einflussreiche Christdemokraten werben dafür, die Wissenschaftsministerin Johanna Wanka, 54, zur Leitfigur zu machen. Die Mathematikerin, die einen guten Draht zu CDU-Chefin Angela Merkel hat, ist derzeit auch Präsidentin der Kultusministerkonferenz.