War "Eurosport"-Kommentator Thiele Stasi-Spitzel?
Nach Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR wurde Dirk Thiele, 62, einer der profiliertesten Kommentatoren des TV-Senders "Eurosport", jahrelang als Spitzel für die Stasi geführt. Aus Dokumenten der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen geht hervor, dass sich Thiele handschriftlich am 8. Dezember 1977 unter dem Decknamen "Sommer" verpflichtet habe. Thiele sollte danach besonders Informationen aus seinem "Arbeitsbereich" beim Deutschen Fernsehfunk liefern. Laut Stasi-Unterlagen erhielt er für seine Informationen als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) zwei Präsente. Der Leichtathletik- und Wintersportfachmann war einer der bekanntesten Sportreporter der DDR. Nach der Wende wechselte er zu Eurosport. Wegen seiner flotten Sprüche über einen glatzköpfigen Athleten: "Er hat einen Scheitel so breit wie ein Autoreifen." wurde er 2005 für den Grimme-Preis nominiert. Thiele gibt zu, Kontakt mit der Stasi gehabt zu haben. Allerdings nur "im üblichen Rahmen" seiner Tätigkeit als Reisekader. Er habe sich weder schriftlich verpflichtet, noch habe er Geld bekommen. Auch sei er "kein Spitzel" gewesen, der Kollegen oder Sportler verraten habe.