Syriens Staatschef Assad erteilt Aussagegenehmigung
Im Mordfall des ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri zeichnet sich eine Entspannung zwischen der Untersuchungskommission der Uno und dem syrischen Staatspräsidenten Baschar al-Assad ab. In einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL garantiert Assad dem Chef der Kommission, dem deutschen Staatsanwalt Detlev Mehlis, er könne jeden Syrer sprechen, mit dem er reden wolle: "Das ist in meinem Interesse und im Interesse Syriens." Assad hält alle Gerüchte, nach denen syrische Geheimdienste oder womöglich er selbst in den Mordfall verwickelt sein sollen, für "lächerlich". Er werde sich gegenüber der Kommission "rückhaltlos kooperativ" verhalten. Assad ist "ganz sicher", dass Syrien "mit diesem Mord nichts zu tun" habe, "überhaupt nichts". Seine Begründung: "Eine solche Aktion erfordert das Zusammenwirken mehrerer Personen und Institutionen. Hätte es dieses Zusammenspiel gegeben, wüssten wir davon." An anderer Stelle greift Assad den amerikanischen Präsidenten George W. Bush an, der ihm vorgeworfen hat, Syrien ermögliche das Eindringen von Aufständischen in den Irak. "Terroraktionen, denen unschuldige Menschen zum Opfer fallen", lehnt Assad im SPIEGEL-Gespräch "uneingeschränkt" ab. Die Widerstandsbewegung im Irak sei dagegen "eine andere Sache - eine ganz normale Sache". Die USA seien selbst für das Chaos im Irak verantwortlich, das Einsickern von Kämpfern sei unvermeidlich. Assad: "Wir sagen den Amerikanern klipp und klar, dass es unmöglich ist, die Grenze zum Irak vollständig zu kontrollieren."