Personalnöte in Merkels Schattenkabinett
Auch drei Wochen vor der Bundestagswahl fehlt Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel für zentrale Kabinettsposten noch das Personal. Kopfzerbrechen bereitet der CDU-Chefin vor allem die Besetzung des Wirtschafts- und Arbeitsressorts. In der Union wird damit gerechnet, dass die FDP das Wirtschaftsministerium beansprucht, sollte Merkel den Steuerexperten Paul Kirchhof zum Finanzminister machen. Die Begehrlichkeiten der Liberalen stehen aber den Karriereplänen des saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller im Wege. Müller ist bislang nicht bereit, sich mit dem Posten eines Arbeitsministers zu begnügen - er möchte in einem Kabinett Merkel Superminister für Wirtschaft und Arbeit werden. "Wir können Müller kein geeignetes Angebot machen", heißt es in der CDU-Führung dazu. Für Merkel wäre eine Absage Müllers ein herber Schlag, weil er als einziger CDU-Ministerpräsident grundsätzlich bereit ist, in eine unionsgeführte Bundesregierung zu wechseln. Schwierigkeiten hat Merkel auch bei der Suche nach einem Kabinettsmitglied mit Erfahrung in Ostdeutschland. Zwar hält sie den sächsischen Innenminister Thomas de Maizière für einen geeigneten Kandidaten - etwa für das Amt des Justizministers. De Maizière zieht es aber vor, in Sachsen zu bleiben. Der in Westdeutschland geborene, aber seit 15 Jahren im Osten tätige de Maizière rechnet sich Chancen aus, Nachfolger des sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt zu werden.