Holocaust-Mahnmal in Finanznot
Die Stiftung "Denkmal für die ermordeten Juden Europas", die das Holocaust-Mahnmal im Zentrum Berlins betreibt, ist unerwartet in finanzielle Probleme geraten. Die Geschäftsführung entdeckte jetzt ein Defizit im laufenden Haushalt von rund 550.000 Euro - bei einem Jahresbudget von 2,089 Millionen Euro. Die Stiftung wird komplett vom Bund finanziert. Gründe für die Schieflage sind höhere und zuvor nicht eingeplante Kosten für die Eröffnungsveranstaltung des Mahnmals im Mai sowie der große Besucheransturm, der höhere Ausgaben für die Sicherung des Denkmalareals zur Folge hat.
Außerdem musste mehr Informationsmaterial bereitgestellt werden als erwartet. Im "Ort der Information" unterhalb des Stelenfeldes wurden inzwischen rund 200.000 Besucher gezählt. "Qualität hat ihren Preis", kommentiert Stiftungsgeschäftsführer Uwe Neumärker die Probleme, "der Ansturm hat zu Kosten geführt, die vorab offenbar nicht präzise kalkulierbar waren." Durch Einsparungen und Umschichtungen will er den Haushalt wieder ins Lot bringen.