Deutscher Uno-Staatsanwalt findet Beweise für Verschwörung libanesischer Sicherheitschefs im Mordfall Hariri
Der deutsche Oberstaatsanwalt Detlev Mehlis geht Hinweisen nach, hinter dem Mord an dem früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri könne eine Verschwörung hochrangiger ehemaliger Mitarbeiter der libanesischen Sicherheitsbehörden stecken. Bei mehreren Razzien in Beirut fand der im Auftrag der Vereinten Nationen ermittelnde Beamte aus Berlin eine Reihe von belastenden Indizien, darunter ein Auto, das von Mitarbeitern des Chefs des Militärgeheimdienstes, Raymond Asar, genutzt wurde. Mit dem Wagen, einem goldbraunen Opel, soll der Konvoi von Hariri unmittelbar vor dem Anschlag verfolgt worden sein. Auch die Wohnung, in der das Attentat auf Hariri vorbereitet worden sein soll, konnten die Uno- Ermittler inzwischen identifizieren und Fingerabdrücke sichern.
Auf die Spur der hochrangigen Beamten war Mehlis unter anderem durch die Auswertung von Telefondaten kurz vor dem Anschlag gekommen. Danach wussten offenbar vier enge Vertraute von Staatspräsident Emile Lahoud nicht nur von der Planung, sondern sollen das Attentat mit vorbereitet haben. Ziel des Mordplans war es, den populären Syrienkritiker Hariri auszuschalten und damit die Kontrolle der syrischen Truppen über den Libanon zu sichern. Mehlis will sein Ermittlungsergebnis dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bis Mitte Oktober präsentieren. Der Bericht gilt als Grundlage für mögliche Sanktionen gegen die Regierung in Damaskus.