SPD greift Millionen-Abfindung für Ex-Börsenchef Seifert an - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

SPD greift Millionen-Abfindung für Ex-Börsenchef Seifert an

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mit scharfen Worten hat sich der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Deutschen Bundestag, Rainer Wend (SPD), an den Aufsichtsrat der Deutschen Börse gewandt. Das Gremium solle "dafür sorgen, dass der ausgeschiedene Chef des Konzerns, Werner Seifert, seine Abfindung in Deutschland versteuere". Seifert musste im Mai seinen Posten räumen, nachdem er zu Beginn dieses Jahres zum zweiten Mal vergebens versucht hatte, die London Stock Exchange zu kaufen. Angesichts dieser Bilanz hält Wend den Abfindungsbetrag von rund zehn Millionen Euro für "unanständig hoch", auch wenn etwa zwei Millionen der Summe noch strittig sind. Unerträglich seien zudem Mutmaßungen am Finanzplatz Frankfurt, der gebürtige Schweizer Seifert wolle eine Auszahlung der Summe in diesem Jahr verhindern - um dann seinen Wohnsitz in ein steuerlich günstigeres Land zu verlagern. Der deutsche Fiskus ginge damit leer aus - vorausgesetzt, Seifert hält sich in dem Jahr, in dem die Abfindung ausbezahlt wird, weniger als 180 Tage in Deutschland auf. "Der Aufsichtsrat muss den unstrittigen Teil der Abfindung so schnell wie möglich auszahlen", forderte Wend. Eine Entscheidung darüber ist kurzfristig möglich. Der Personalausschuss des Gremiums tagt am Montag dieser Woche - um die Nachfolge Seiferts zu beraten. Aussichtsreicher Kandidat ist der aus der Schweiz stammende Ex-Vorstand der Deutschen Börse, Reto Francioni, der heute die Schweizer Börse leitet.