Tausende Arbeitsplätze bei Siemens in Gefahr - DER SPIEGEL
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Tausende Arbeitsplätze bei Siemens in Gefahr

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld will unmittelbar nach der Bundestagswahl ein großangelegtes Sanierungsprogramm für drei wichtige Problemsparten des Konzerns verkünden, dem mehrere tausend Stellen zum Opfer fallen könnten. Das berichten hochrangige Arbeitnehmervertreter im Anschluss an eine außerordentliche Sitzung des Wirtschaftsausschusses, bei der unter anderem über die Zukunft von drei verlustträchtigen Bereichen diskutiert wurde: Kommunikationssparte, IT-Dienstleister SBS und Industrielogistik. Die Teilnehmer der Krisensitzung wurden nach eigener Aussage zwar zum Stillschweigen verpflichtet, um Auswirkungen auf die Wahl zu vermeiden. Trotzdem sickerten Ende vergangener Woche bereits Details der Umstrukturierungspläne durch. Danach soll das Geschäft mit Automatisierungsanlagen etwa für Getränkehersteller zunächst ausgegliedert und danach in Partnerschaften eingebracht oder verkauft werden. Ähnliche Pläne verfolgt Kleinfeld offenbar auch mit der Servicetochter SBS. Alles in allem, fürchten Betriebsräte und Gewerkschafter, könnten bei Siemens bis zu 10.000 Jobs wegfallen, davon allein 3000 in der Telefonsparte, die vom Management in den vergangenen Jahren stark vernachlässigt wurde und im letzten Quartal 70 Millionen Euro Verlust erwirtschaftete. Ein Siemens-Sprecher bezeichnet die Zahlen über den beabsichtigten Personalabbau als "viel zu hoch gegriffen". Dass konkrete Beschlüsse erst nach der Bundestagswahl bekannt gegeben werden sollen, sei "reiner Zufall".