73 Prozent der Wähler glauben an wirtschaftlichen Wiederaufstieg durch Reformen
Dass Deutschland durch weitere Reformen zu alter wirtschaftlicher Stärke zurück- finden kann, glauben fast drei Viertel (73 Prozent) der Wähler - wobei die von allerhand Rückschlägen geplagten Ostdeutschen mit 63 Prozent deutlich skeptischer sind als die Bürger im Westen (76 Prozent). Das ergab eine Umfrage des Instituts TNS Infratest für den SPIEGEL. Die nächste Bundesregierung kann mit einer Reformbereitschaft der Bürger rechnen, die deutlich größer ist als vor dem ersten rot-grünen Wahlsieg 1998. Heute würden 44 Prozent der Befragten in Kauf nehmen, länger zu arbeiten, vor sieben Jahren waren es lediglich 34 Prozent. Nur noch zwölf Prozent gaben jetzt an, sie seien "zu keinem Opfer" bereit, diese Zahl hat sich gegenüber der Vergleichsstudie beinah halbiert. Deutliche Unterschiede zeigen sich nicht nur zwischen Ost (17 Prozent) und West (11 Prozent), sondern auch je nach parteipolitischer Färbung: Lediglich 4 Prozent der Grünen-Anhänger, aber 31 Prozent der Linkspartei-Klientel wollen keinerlei persönliche Opfer bringen; das Mittelfeld bilden die Anhänger der FDP (8 Prozent), der CDU/CSU (9 Prozent) und der SPD (13 Prozent). Befragt wurden 1000 Wahlberechtigte am 6. und 7. September 2005.