Nato chartert Antonow-Transportmaschinen aus Russland und der Ukraine
Für den Lufttransport in ferne Einsatzgebiete wie Afghanistan kann die Nato künftig auf Großraumflugzeuge aus Russland und der Ukraine zurückgreifen. Rechtzeitig zum informellen Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Berlin am vergangenen Dienstag und Mittwoch wurde ein entsprechender Vertrag zwischen der Nato-Logistikbehörde Namsa und einem Konsortium der russischen Wolga-Dnjepr Airlines und der ukrainischen Firma Antonow unterschriftsreif. Im nächsten Jahr werden demnach zwei Antonow- An-124-100-Transporter, die jeweils bis zu 150 Tonnen Fracht befördern können, auf dem Flughafen Leipzig/Halle stationiert. Sie sollen ständig für die 16 Nato- Länder bereitstehen, die an dem west-östlichen Gemeinschaftsprojekt beteiligt sind. Vier weitere An-124 können mit einer Vorlaufzeit von wenigen Tagen hinzukommen. Der Chartervertrag, den die beteiligten Länder noch formell billigen müssen, gilt zunächst bis 2012 und soll die Zeit bis zur Einsatzreife des geplanten europäischen Transporters Airbus A400M überbrücken. Aus der sogenannten Interimslösung könnte indes leicht ein Dauerauftrag werden: Ob der Militär-Airbus rechtzeitig zur Verfügung steht und die erhofften Leistungen erbringt, ist ungewiss. Außerdem kann eine An-124 rund 125 Tonnen Material ohne Tankstopp über eine Strecke von 5000 Kilometern transportieren, der Airbus dagegen höchstens 25 Tonnen. Berlin will sich die ständige Zugriffsmöglichkeit auf die schon häufig genutzten An-124 rund 20 Millionen Euro pro Jahr kosten lassen. Bisher wurden die Maschinen jeweils einzeln gechartert, für etwa 200.000 Dollar pro Afghanistan-Flug.